Im Vergleich zum Sehen ist das Hören ein oft unterschätzter und wenig geforderter Sinn. Er bietet aber viele Möglichkeiten zum kreativen Einsatz in der Projektarbeit. Die Beschränkung auf die akustische Ebene ermöglicht eine Fokussierung auf  das Wesentliche. In den Projekten werden besonders sprachliche Kompetenzen gefördert. Ein weiterer Vorteil ist, dass Projekte auch mit einfachen technischen Mitteln umsetzbar sind. Es folgen nähere Beschreibungen von drei erprobten Projektformen des Gallus Zentrums im Bereich Audio.

Hörspiel

Wer hat sie nicht schon mal zum Einschlafen gehört oder einfach aus Lesefaulheit heruntergeladen. Aber noch mehr Freude kann es bereiten in der Gruppe selbst ein Hörbuch zu produzieren. Dafür muss zunächst eine Geschichte entwickelt und in Szenen unterteilt werden. Nach einigen Sprechübungen werden die Texte und Dialoge in ein Aufnahmegerät eingesprochen. Mithilfe einer Freeware wie z.B. Audacity können Fehler entfernt, die Szenen sortiert sowie Geräusche und Musik hinzugefügt werden. Die folgenden Hörspiele sind zum Thema „Fair World“ in Kooperation mit dem Jugendbildungswerk Hochtaunuskreis entstanden.


Rap

Rap und Hip Hop sind heute feste Bestandteile der Jugendkultur. Anfang der 90er Jahre kam der Rap aus den USA nach Deutschland. Seit dieser Zeit finden im Gallus Zentrum Rapworkshops statt. Hier geht es darum in der Kleingruppe gemeinsam einen Rapsong zu produzieren. Dafür durchlaufen die Jugendlichen innerhalb einer Woche verschiedene Prozesse. Zuerst lernen sie Grundtechniken und Reimstrukturen kennen. Dann entwickeln sie ihre eigenen Texte, in denen sie Themen verarbeiten die sie bewegen. Hier eine Zeile aus dem Song „Träume können fliegen“:

„Du machst deinen Mund nicht auf,
du fürchtest die Konsequenzen.
Deine Meinung ist stark,
doch die Masse hält dich in Grenzen.
So wird die Welt sich nicht verändern,
lass dir nicht das Rückgrat brechen,
in einer nicht gerechten Welt musst du sprechen.“

Zu passende Beats üben sie dann das Rappen und oft auch das Singen eines Refrains. Mithilfe des Feedbacks der Gruppe entwickeln die Teilnehmer*innen ihren eigenen Rythmus und die passende Betonung. Zum Schluß geht es dann in ein  professionelles Tonstudio, wo der Song aufgenommen und abgemischt wird. Auf Soundcloud finden sie eine kleine Auswahl zum reinhören.