Fast alle Jugendlichen sind täglich in Sozialen Netzwerken aktiv. Sie posten Kommentare, Bilder und Videos, informieren, inszenieren und verabreden sich. So entfaltet sich ein großer Teil aktueller Jugendkultur auf YouTube, Instagram und SnapChat. Die intensive Nutzung von Sozialen Netzwerken, verbunden mit der allgemeinen Informationsflut im Internet, überfordert viele. So sind die meisten Jugendliche in ihrem täglichen Gebrauch auf sich selbst gestellt. Phänome wie Mobbing, Datenmissbrauch, Bildmanipulation, Hate Speech und Fake News stellen die Pädagogik vor neue Herausforderungen. Das Gallus Zentrum hat darum mehrere Tagesangebote entwickelt die sich mit diesen Themen beschäftigen. Durch Aufklärung, Diskussion und die kreative Verarbeitung, in den praktisch orientierten Workshops, soll der bewusste Umgang mit Social Media angeregt werden. Aus der Fülle unserer Projektformate folgen drei Beispiele.

Fake News

„Eine Lüge ist bereits drei Mal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.“ Dieses Zitat von Mark Twain verdeutlicht, dass es oft einfacher ist einer Lüge zu glauben, als die Komplexität der „Wahrheit“ zu ertragen. Durch die Digitalisierung ist der Zugang zu Informationen einfach und schnell möglich. So können Nachrichten mithilfe von Social Bots heute weitgehend anonym, massenhaft, billig, schnell und unbemerkt verbreitet werden. Die Fülle an Informationen allerdings erschwert es Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Einerseits ist es heute möglich, unabhängig von staatlich regulierten Massenmedien, Informationen weltweit zu verbreiten. Andererseits werden Fake News heute gezielt inszeniert um Propaganda, Hetze und Meinungsmache voranzutreiben. In diesem Workshop werden Hilfestellungen gegeben, um falsche Nachrichten einordnen und erkennen zu können. Schließlich wird das erlangte Wissen kreativ in selbst produzierten Fake News reflektiert. Nachfolgend finden sie drei Beispiele für selbstgemachte Nachrichten.


YouTube & Mehr

Das Hauptanliegen dieses Tagesangebotes ist es mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und ihnen die Möglichkeit zu geben auch selbst kreativ zu werden. Im theoretischen Teil geht es um die Nutzungsgewohnheiten und die Erfahrungen der Jugendlichen sowie die kommerziellen Interessen von Social Media Konzernen, Datenschutz, Werbestrategien auf YouTube und Urheberrechte. Im zweiten Teil können sich die Jugendlichen selber vor oder hinter der Kamera ausprobieren. Mit einer einfachen Idee und guter Teamarbeit kann in zwei Stunden vieles möglich sein. Entstanden sind bereits Challenges, Straßeninterviews, Musikclips, Talkrunden, News, Werbeclips und Videos die einfach Spaß machen. Hier ein lustiges Beispiel:


Hate Speech

Mit der Möglichkeit schnell und anonym seine Meinung äußern zu können, vermehrt sich leider auch die Intensität von Hassbotschaften im Netz. Durch Hassrede werden Vorurteile gestärkt und bestimmte Gruppen von Menschen diskrimiert. Hater stören und provozieren gezielt. Sie lenken und manipulieren damit Diskussionen im Netz. Das macht Hate Speech auch als ideologisches Instrument zunehmend interessant. Als gesamtgesellschaftliches Phänomen dehnt Hate Speech die Grenzen des Sagbaren aus und entpuppt sich damit als Nährboden für reale Übergriffe. Im Workshop wird, neben Diskussionen, geklärt wer die Betroffenen sind, welcher Muster und Formen sich Hate Speech bedient und welche rechtlichen Rahmenbedingungen von Bedeutung sind. Wie die Ergebnisse aus dem praktischen Teil dieses Workshops aussehen können, sehen sie in den folgenden Beispielbildern.